Mit der Ausstellung „Bruchstücke“ nehmen wir die Besucher im Rahmen unsere Ausstellungsreihe „Kunst in der Kanzlei“ auf eine ganz besondere Reise mit. Fünf Künstler:innen vermitteln fünf verschiedene Sichtweisen auf ihre Welten. : Elias von Martial, Clara Gott, Merten Fellmann, Gianni Düx und Firat Tagal. Sie arbeiten mit Tusche und Aquarell, Acryl und Buntstift und erschaffen Universen, die parallel zur Realität existieren. Cyberpunk-Landschaften, surreale Traumlogiken, detailvernarrte Karikaturen, Optimierungswahn oder einfach nur Pop. Die künstlerischen Positionen sind so vielfältig wie eigenständig. Kunst, die den Alltag bricht und neu zusammensetzt. Mal poetisch, mal beklemmend, immer mit einer klaren künstlerischen Handschrift.
Alle Künstler:innen sind an das Kunsthaus kaethe:k angeschlossen und konnten ihre Werke schon mehrfach erfolgreich in Ausstellungen präsentieren. Das kaethe:k ist ein Kunsthaus für angehende Künstler:innen mit Behinderung in Pulheim bei Köln. Die Gold-Kraemer-Stiftung bietet hier seit 2020 vierzehn Künstler:innen einen Atelierplatz in den Bereichen Malerei, Plastik, Grafik, Neue- und Interdisziplinäre Medien. Im Kunsthaus werden die Voraussetzungen für künstlerisches Arbeiten sowie Zugänge in Kultur- und Bildungsinstitutionen geschaffen, die für eine selbstbestimmte Professionalisierung notwendig sind.

Elias von Martial
Elias von Martial verbindet in seinem zeichnerischen Werk verbindet er sein popkulturelles Interesse an Utopien, Mythen und Fantasiewelten mit gesellschaftspolitischen Themen wie dem Klimawandel. Ein wiederkehrendes Motiv ist das Überschreiten von Grenzen: In neuen Welten erobert sich die Natur bedrohte Kontinente zurück, Fantasiewesen treffen auf real anmutende Szenarien. Von Martial erschafft Bildräume, in denen die Grenzen zwischen Mensch und Natur, Wirklichkeit und Imagination immer wieder neu verhandelt werden.
Clara Gott
Das vielschichtige Werk von Clara Gott verbindet Zeichnung, Malerei und Keramik und bewegt sich an der Schnittstelle von Realität und Imagination. Logische Strukturen löst sie bewusst auf, um das Unbewusste und die Welt der Träume sichtbar zu machen. So entstehen Gegenwelten, in denen das Vertraute ins Fremde kippt und die Grenzen des Bekannten verschwimmen, mal poetisch, mal beklemmend. Zwischen surrealer Bildwelt und plastischer Form schafft sie Räume, die zwischen Traum, Natur und Popkultur changieren.


Firat Tagal
Firat Tagals Werk vereint Mut, Klarheit und eine konsequente Reduktion. Mit plakativer Malweise und einem intuitiven Gespür für Harmonie zwischen Farbe, Form und Fläche hat er einen eigenständigen Stil entwickelt. Seine künstlerische Reise begann mit brutalistischer, minimalistischer Architektur, die er in eine Pop-Ästhetik übersetzte. Seit 2023 widmet sich Tagal seriellen Arbeiten, inspiriert von der Hip-Hop-Kultur: Schmuck als Symbol für Status und Identität, Alltagsobjekte wie Turnschuhe, Parfümflakons oder Ghettoblaster werden zu Pop-Art-Ikonen. Ein zentrales Moment in Tagals Werk spielen inzwischen seine Wochenendreisen mit dem Zug quer durch Deutschland. Deren Erlebnisse und Beobachtungen hält Tagal in Zeichnungen fest und transferiert sie gekonnt in seine unverkennbare künstlerische Handschrift. Tagal übersetzt unterschiedlichste Motive und Erfahrungen in eine konsistente künstlerische Sprache.
Gianni Düx
Gianni Düx schafft grafische Welten voller bizarrer Wesen, verstörendem Humor und existenzieller Tiefe. Mit Tusche, Aquarell und Cut-outs entwickelt er präzise und detailverliebt Universen gefüllt mit fantastischen Kreaturen, apokalyptischen Landschaften und surrealen Szenerien. Düx‘ Werk verbindet spielerische Pop-Elemente mit bedrängenden Themen. Seine grafischen Arbeiten und Collagen zeugen von einer intensiven Auseinandersetzung mit Liebe, Verlust, Existenz und Hoffnung. Das Absurde wird dabei zur Strategie, um tiefe menschliche Fragen zu verhandeln. Kleine Details erzählen große Geschichten, Bildtexte werden zum integralen Bestandteil der visuellen Narration. So entstehen Arbeiten, die den Betrachter zum Lachen und gleichzeitig zum Nachdenken bringen.


Merten Fellmann
Merten Fellmann taucht mittels intensiver Recherche in anthropologische, ethnographische oder biologische Themenwelten ein. In seinem zeichnerischen Werk illustriert er pointiert nationale Denkmäler, historische Persönlichkeiten oder spezifische Tierarten und entwickelt obendrein fiktive Charaktere. Mit reduziertem Strich fasst er seine Forschungsergebnisse zusammen und verleiht seinen grafischen Blättern stets eine narrative Ordnung. Fellmann nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise, auf der wir genrespezifische Besonderheiten humorvoll wiedererkennen, gesellschaftliche Gegensätze aufdecken oder uns einfach nur in seinem Detailreichtum verlieren können.
Informationen:

Link zu Videomaterial / Künstlerporträts